NACHTRAG: Dolomiten Skitour Tag 2 – M. Castello (2760 m) und Pareispitze (2794 m)

Höhenunterschied: 1207 hm
Länge: 14,3 km
Wetter und Verhältnisse: Teils sonnig, teils Schneeschauer. Für Anfang April sehr kalt, dazu noch schneidiger Wind, insgesamt besonders in der ersten Tageshälfte recht unangenehm. In Rinnen und Mulden von den Schneeschauern teils eingewehte Bereiche, bei geeigneter Spuranlage aber gut zu umgehen
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Nachdem der erste Tag leidergottes dem Nebel zum Opfer fiel, waren wir voller Tatendrang für den zweiten Tag. Dieser empfing uns allerdings mit Neuschnee, Nebelschwaden und Wind und somit alles andere als einladend. Allerdings war der Nebel nicht mehr so undurchdringlich wie am Tag zuvor und auch die Wolkenuntergrenze hatte sich deutlich gehoben. So starteten wir nach einem ausgiebigen Hüttenfrühstück bereits gegen 7:20 in Richtung M. Castello.

Aufgrund präskitourischer Recherchearbeit wusste ich, dass dieser ein durchaus geschichtsträchtiger Berg ist. Von Gefechtsstellung durchbohrt präsentiert sich nämlich der Gipfelzacken des Castellos und auch das “Bivacco della Pace” (=Friedensbiwak) erinnert an die nicht immer so friedliche und eingeschneite Hochgebirgslandschaft, welche im Dunstkreis früherer Diktatoren zum Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen wurde.

Foto vom Limojoch mit Blickrichtung Furcia Rossa-Spitzen.

Beim morgendlichen Aufstieg zum Limojoch, im Süden erkennt man einen Teil der Furcia Rossa-Spitzen.

Unser Weg führte uns aber zunächst noch ausgehend von der Faneshütte über das nahe Limojoch auf die Fanesalm. Von dort geht es leicht wellig aber ohne nennenswerte Höhenänderung in Richtung Castello, wobei man immer die markanten Furcia Rossa-Spitzen im Blick hat. Danach biegt man in ein zwischen Felswänden eingebettetes Tal ein, wobei wir den Aufstieg über einen halbrechts gelegenen Rücken wählten.

Das Wetter an diesem Tag war zwar besser, aber bereits am Vormittag entstanden bei schneidendem Wind schnell wieder Schneeschauer. So kam es auch, dass sich ein kräftiger Schneeschauer genau über uns entlud, als wir nur mehr 30 hm unter dem “Gipfel” standen (eigentlich ist es nicht der Gipfel, dieser ist ohne Kletterausrüstung nicht zu erreichen). In der kuppierten und weitläufigen Landschaft ist dies leidergottes sehr unangenehm, da man bei einer Sichtweite von knapp 30 m schnell völlige Orientierung verliert. Wir packten uns also dick ein und warteten auf eine Schwächephase des Schauers. Als sich die Sicht vorübergehend verbesserte, wedelten wir bei feinstem Pulver (aus dem Schauer) dem Tal entgegen. Ein gerade aufsteigende Skitourengruppe quittierte dies mit einem sehr freundlichen: “Na, gebt’s leicht schon auf?”, was ich aber erstmal unkommentiert lies.

Am Weg zurück zur Hütte überfiel uns dann noch der Motivationsteufel und so beschlossen wir noch ein hundert extra Höhenmeter auf uns zu nehmen um die nahe Pareispitze zu besteigen. Das Wetter besserte sich zunehmend und in der recht kräftigen Aprilsonne verwandelte sich der vorher noch vorhandene Pulverschnee recht rasch in einen klebrigen Spaß”bremser” 😉 Die Aussicht am Gipfel auf die umliegenden Dolomiten entschädigte aber für die Mühen und am Abend ließen wir den Tag bei einem ausgezeichneten Abendessen ausklingen.

Zum Abschluss noch die Fotos des Tages, einige davon gefallen mir auch Monate später noch immer herausragend gut 🙂

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